Boden unter Druck. Warum unter unseren Füßen über unsere Zukunft entschieden wird
Shownotes
Themen dieser Folge
- Zu Gast: Selina Thanheiser, freiberufliche Boden- und Umweltgutachterin (eigenes Labor in Augsburg, promoviert in Klimawissenschaften)
- Wenn die eigene Forschung Realität wird: Trockenperioden und Extremwetter im Süden Mitteleuropas — schneller als die Modelle
- Was ist ein gesunder Boden? CO2-Speicher, Wasserfilter, Archiv und Lebensraum
- 1 cm Boden = ca. 100 Jahre: warum Boden praktisch nicht erneuerbar ist
- 60–70 % der Böden in der EU gelten als ungesund
- Bodenverbrauch in Österreich: rund 7,7 Hektar pro Tag
- Island und die Wikinger: Wie Pollenanalysen im Boden einen Mythos widerlegen
- Waldbrände, Asche und die Frage, was sich davon regeneriert
- Bodenschutzrecht: Österreich und Deutschland im Vergleich
- Kompensationsmaßnahmen bei Bauprojekten — und warum die Kontrolle oft 25 Jahre auf sich warten lässt
- Pflügen in der konventionellen Landwirtschaft: das unterschätzte Problem
- Golfplatz vs. Acker: warum nur 2–4 % der Golfplatzfläche intensiv gepflegt werden — und der Rest Biodiversität bietet
- Was Privatpersonen tun können: entsiegeln, Moos-Rasen statt englischem Rasen, Boden atmen lassen
- Warum Optimismus in den Umweltwissenschaften Pflicht ist
Unser Gast
Selina Thanheiser ist freiberufliche Boden- und Umweltgutachterin mit eigenem Labor in Augsburg. Sie hat Klima- und Umweltwissenschaften studiert, in den Klimawissenschaften promoviert und untersucht Böden für Golfplätze, Sportplätze und den Bodenschutz.
LinkedIn: linkedin.com/in/selina-thanheiser
Über den Podcast
„Nicht nachhaltig" ist der Podcast von Sönke Eckl-Henningsen (VisionAlpin) und Dr. Sven Breunig über Nachhaltigkeitskommunikation, Greenwashing und die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Website: visionalpin.at/podcast
Transkript anzeigen
00:00:08: Nachhaltigkeit ist zum Glaubensbekenntnis geworden und genau das ist das Problem.
00:00:13: Bei Nicht-Nachhaltig nehmen wir die heiligen Kühe
00:00:16: der grünen
00:00:17: Bewegung
00:00:17: an die Leine,
00:00:18: keine Parolen, keine Panik – nur unbequeme
00:00:22: Fragen!
00:00:41: habe ich mir Verstärkung mitgeholt, und zwar von der Selina.
00:00:56: Du hast es ja beim letzten Podcast schon angedroht, dass wer kommt?
00:00:59: Ah, Selina heißt sie okay!
00:01:01: Hallo Selina, wer bist
00:01:02: du?!
00:01:03: Hallo!
00:01:04: Ja, ich bin die Sylina.
00:01:05: Ich bin Freiberufliche Boden- und Umweltgutachterin.
00:01:09: Ich habe Prima und Umweltwissenschaften studiert und in den Klimawissenschaften promuiert und hab mein eigenes kleines Labor im Augstur, wo ich Bodenuntersuchungen mache für Golfplätze oder Fußballplätze aber auch generell im Bodenschutz tätig bin.
00:01:24: Und ja, mach das jetzt seit zweizig dreiundzwanzig und das macht immer noch sehr viel Spaß.
00:01:31: Dann habe ich jetzt gleich mal eine sehr direkte und persönliche Frage, gerade wenn man in Klimawissenschaften promoviert hat.
00:01:37: Und jetzt natürlich sieht was momentan passiert wie sich alles entwickelt ein naja wir haben es euch ja schon seit Jahrzehnten gesagt trifft sie ja nicht ganz.
00:01:46: Wie kommt das jetzt bei dir rüber?
00:01:48: Ich finde es unglaublich, da ich mich stark mit Trockenperioden und Extremwetterereignissen beschäftigt habe.
00:01:55: Also extreme Niederschläge oder langenhaltende Trocken-Perioden genau im Süden von Mitteleuropa also wo wir uns jetzt hier befinden ihr und ich in Augsburg Und ist es unfassbar dass die Ergebnisse, die wir zusammen auch mit österreichischen Kollegen gefunden haben So schnell zutreffen, das hätte ich nicht gedacht.
00:02:16: Ich dachte, ich forsche in die Zukunft bis zwei tausend einhundert, aber es ist jetzt im Endeffekt schon so.
00:02:23: Es ist erschreckend da wir auch herausgefunden haben dass die Klimamodelle insbesondere die Hitze und Trockenheit gar nicht so gut abbilden können.
00:02:31: Eine kurze Frage auch von mir Ist das etwas was ein Malig aufgetretenes Phänomen ist?
00:02:38: Dass wir dieses Jahr spezielle Umstände haben, die aufeinandertreffen.
00:02:43: Die dazu führen dass wir in dieser extremen Hitzeperiode sind?
00:02:47: oder können wir davon ausgehen das es ein neues normal wird?
00:02:50: Man sieht super hyper El Nino!
00:02:55: Ja.
00:02:55: Es sind die Fragen, die man in defekt dann erst im Nachhinein beantworten kann ob das jetzt ein außergewöhnliches ist oder nicht.
00:03:03: was aber der Fall ist dass sich die Temperatur ja nicht kontinuierlich erhöht sondern stufenweise.
00:03:09: Das heißt wir haben immer einen extremen Anstieg und am bleibt es erstmal so und dann steigt sie wieder an.
00:03:14: Das liegt daran dass die Klimasystemkomponenten zeitverzögert auf die Erwärmung reagieren insbesondere den Ozean weil er eben Eine Trägerücksamkeit hat aufgrund der hohen Wärmsteherkanzlung.
00:03:28: War es man jetzt natürlich auch bei den ganzen Waldbränden und CO²-Speicherkonzepten etc.
00:03:34: immer wiederhört, ist natürlich der Boden?
00:03:37: Und es kam jetzt auch glaube letztes Jahr eine starke Aussage oder eine sehr konkrete Aussage von der EU raus dass eben sechzig bis siebzig Prozent der Böden in der EU ungesund klassifiziert wurden und das gibt jetzt glaube ich auch dieser Ziele bis zwanzig fünfzig.
00:03:54: Also leider doch noch eine Weile hin, dass wir wieder hundertprozent gesunde Böden haben wollen und eine Maßnahme ist das jetzt zum Beispiel der Boden getestet wird, das Boden Mikrobiom ausgewertet wird.
00:04:07: Konkret das gefördert werden soll und nachgetestet und stellt sich natürlich die Frage, die ich mit dem Sönke jetzt auch immer wieder mal hatte bei der Nachhaltigkeit geht es ja darum, dass so wie wir jetzt mit irgend etwas umgehen dürfte einer zukünftigen Generation nicht ebenfalls darin beeinträchtigt sein, dass sie quasi auch die Möglichkeit hat das Gleiche zu tun.
00:04:29: Wenn wir diese Definition der Nachhaltigkeit jetzt mal auf das Thema Boden beziehen würdest du sagen naja gut Klima das ist so der Effekt hier da lässt sich sonst vor erklären etc.
00:04:41: aber somit im Boden an sich aus dem ja doch sehr viel kommt und er wahrscheinlich wesentlich mehr Funktionen hat als wir vielleicht immer annehmen Gehen wir mit dem Nachhaltig um oder haben wir da quasi auch schon irgendwie ein bisschen über die Strenger geschlagen?
00:04:56: Ja, das hat jetzt viele Punkte angesprochen Sven.
00:04:59: Also erst mal die Frage, was ist ein gesunder Boden?
00:05:02: Das gibt es ja nicht, das kann man wahrscheinlich sagen.
00:05:05: Es kommt darauf an, für was möchte ich den Boden benutzen?
00:05:10: Wir müssen dem Boden, was das betrifft schon als Ressource begreifen und zwar als endliche Ressouse.
00:05:16: Denn es dauert pimal Daumen hundert Jahre bis ein Zentimeter Boden entsteht!
00:05:21: Das ist natürlich wirklich nur eine pauschale Aussage und immer abhängig vom Standort von Standortbegebenheiten.
00:05:26: Aber wir müssen ihn als endlichere Soße bereiten, und ich denke dass das noch nicht der Fall ist bisher.
00:05:33: Wann ist ein Boden nicht mehr gesund oder wann es Bodenabfall?
00:05:38: Ist auch ne interessante Frage.
00:05:41: Genau da geht's immer um und das hast du auch schon angesprochen die Bodenfunktionen.
00:05:45: Wir sind dazu verpflichtet, alle Funktionen des Bodens zu schützen und zu wagen.
00:05:51: Und der Boden hat für uns mehr Funktione als wir zunichts denken.
00:05:55: Der Boden ist im Klimasystem ein CO-Zweihspeicher was sehr spannend ist und noch nicht so gut erforscht wie sich das jetzt im Klimawandel verhält.
00:06:05: aber der Boden ist auch ein Archiv für Archäologen die Gräber aus dem Boden oder irgendwelche Relikte aus dem Boden ausbuddeln.
00:06:15: für Klimawissenschaftler und Klimavissenschaftlerinnen, die aus Bohrkernen Rückschlüsse auf das Klima ziehen.
00:06:21: Und ansonsten ist er natürlich Standort für eine Naturwärtnach-Vegetation.
00:06:27: Wir bauen Ressourcen aus dem Boden ab wenn man jetzt an Steinbrüche denkt.
00:06:31: Wir betreiben Landwirtschaft, der es Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen hat.
00:06:35: unzählige Funktionen erfiltert und puffert unser Trinkwasser und all diese Funktion müssen geschützt sein.
00:06:42: Wenn eine Funktion nicht geschützten könnte einem ungesunden Boden sprechen.
00:06:46: Eine witzige Anekdote aus unseren letzten Folgen des Wänders hat mich ja mit meiner Aussage, die Wikinger seien nicht schuld daran dass die Wälder in Island abgeholzt worden sind eben über Bodenanalysen überführt.
00:07:00: und zwar ist es scheinbar so das die Böden Informationen darüber geben wie viel Birkenpollen vorhanden gewesen sind und über die Entwicklung der Wikingerzeit.
00:07:11: sind diese Birken Polen enorm weniger geworden?
00:07:14: konnte er meine Aussage revidieren.
00:07:17: Also tatsächlich, da Boden hat uns da auch schon weiter geholfen und die Wissenschaft hat was anderes behauptet weil meine ursprüngliche Behauptung war der Mensch ist vom Grund auf ein nachhaltiges Wesen und achtet aus einer intrinsischen Motivation darauf dass er nur die Ressourcen verbraucht dir auch verbrauchen kann.
00:07:35: wir sind Ein bisschen vor meiner Aussage weg, aber wir sind auch wieder ein bisschen dorthin.
00:07:40: Weil wie gesagt haben der Mensch hat aber auch erst durch die technische Entwicklung die Möglichkeit gehabt über seine Verhältnisse leben zu können und mehr zu entnehmen als im Endeffekt dem Klima gut tut.
00:07:51: das ist quasi das was wir für uns beide als Antwort festgelegt haben Aber faktisch ist es auch, was eine Rolle mit dabei spielt.
00:07:58: Das haben wir auch im Podcast festgestellt, dass es sowas wie in der Entkopplung gibt weil mittlerweile der Mensch, der damals vor der Haustür ein Baum gefällt hat, der jeden Tag gesehen das dieser Baum nicht mehr da ist wenn jetzt im Regenwald einen Baum gefellt wird dann interessiert uns das im südlichen Europa eher weniger und das ist ja die sogenannte Entkopplung, die ich für mich herausgefunden habe, die dazu führt, dass wir uns weniger betroffen fühlen davon also ja auch einer psychologischen Ebene.
00:08:24: eben wieder zum Boden zurückholen, das ist dann natürlich die Frage der Entkottlung auch spannend.
00:08:29: Weil wenn man jetzt aus dem Fenster schaut sieht man saftige grüne Felder, Hügelwiesen, Wälder etc.
00:08:37: Wie könnte man da quasi den Leuten auch sagen hey unsere Böden sind im Eimer?
00:08:42: Die sind ungesund wird ja jeder sich an den Kopf greifen und sagen naja schau mal raus, da wächst ja was, es passt ja.
00:08:50: wie weit müsste man denn unter die Erde schauen?
00:08:52: oder genau das rauszufinden, weil was ja auch immer mal wieder genannt wird ist Mutterboden wird weniger Humusabbau hier und da etc.
00:09:00: Das sieht man so schnell nicht.
00:09:02: aber wie kann dass für uns erfahrbar gemacht werden?
00:09:06: Dass man wirklich darauf hinweisen kann Mal Hitzeparionen oder Temperaturen über vierzig Grad Die kann man schnell verstehen die spürt man einfach.
00:09:14: Aber Wie könnte man quasi spüren dass es dem Boden So schlecht geht wie es ihm nachweislich eigentlich geht.
00:09:21: Naja, es gibt da ja schon Diskussionen über welches Gemüse ist du noch?
00:09:28: Weil sind ja so viele Trüngemittel und Pflanzenschutzmittel dann teilweise in den Nicht-Video Produkten drinnen.
00:09:35: Diese Diskussionen gibt's jetzt schon wo man sieht okay irgendwie die Menschen verstehen langsam der Boden ist auch irgendwo wichtig.
00:09:43: Wir haben bei uns das Problem, dass die ja auch sehr stark eigentlich überdünkt worden sind.
00:09:49: Die Gesamtnährstoffe sind sehr hoch aber die Pflanzen verfügbaren Nährstoffen aufgrund der klimatischen Veränderungen werden vielleicht eben weniger werden.
00:10:00: Ja ich gebe dir recht man kann es jetzt noch nicht so wirklich sehen Aber es findet Bodenerosion und Abtrag von Boden auf den Ackerflächen statt und zwar kontinuierlich.
00:10:10: Ich sehe das als Bodengutachterin dann eben an der Mächtigkeit der Oberbodenschichten, die immer weniger werden.
00:10:17: Und es geht auch darum dass in der konventionellen Landwirtschaft oder im Weinbau nicht so sehr auf diese Punkte geachtet wird weil immer noch auch in der Lehre tatsächlich auch das herkömmlich und konventionell den Leuten gelehrt wird zu arbeiten.
00:10:38: Sehen kann man's jetzt noch nicht wirklich, gebe ich dir recht?
00:10:44: Und weil du mich gefragt hast, in welcher Bodenschicht man das sieht also von oben bis unten.
00:10:49: Also die meisten Funktionen des Bodens kommen tatsächlich auch eher aus dem Unterboden aber grundsätzlich würde man ja die Degradation des Bodenz in den gesamten Profil wahrnehmen können
00:11:04: Auch damit unsere Hörerinnen und Hörern auf gleichen Stand sind, weil ich habe mir die Frage gestellt beim Durchlesen von Artikeln zu diesem Thema.
00:11:12: Dass immer davon gesprochen wird dass der Boden verbraucht wird.
00:11:15: Wenn ich meine Lampe im Wohnzimmer anmache dann verbrauche ich Strom.
00:11:20: das verstehe ich.
00:11:21: wenn nicht mein Auto einschaltet dann verbauche ich Diesel oder Benzin oder eben auch Strom.
00:11:26: das ist denn weg das ist Verbrauch.
00:11:28: Ich habe gelesen, dass sieben Komma sieben Hektar pro Tag in Österreich am Boden verbraucht wird.
00:11:35: Was genau bedeutet dieses Verbrauch?
00:11:36: Weil wenn ich jetzt ein Handvoll Erde in die Hand nehme und jetzt draufschauen würde ich sagen naja das ist ja noch vorhanden.
00:11:42: Das ist nicht verbrauchten.
00:11:43: aber ich glaube da gibt es eine andere Definition für.
00:11:47: Jetzt finde ich eine spannende Zahl.
00:11:49: Verbraucht heißt ja nicht versiegelt.
00:11:52: Ich würde sagen, Boden geht die Funktionen.
00:11:55: Wann gehen die Bodenfunktionen verloren?
00:11:57: Also wann kann man davon sprechen?
00:11:59: der Boden ist jetzt weg.
00:12:01: Das ist bei der Versiegelung der Fall weil der Boden kann dann kein Wasser mehr aufnehmen Er kann keine Schadstoffe mehr filtern und puffern.
00:12:09: er ist einfach
00:12:10: weg.
00:12:11: Dann wird Boden tatsächlich vernichtet.
00:12:15: wenn sie Boden nehmen um von A nach B tragen und dann da was drauf anpflanzen, dann wird er nicht vernichtet.
00:12:22: Wenn Sie Boden nehmen und in Sackgall packen und dann im Bauhaus verkaufen, würde der auch nicht vernichtigt.
00:12:28: Die Bodenfunktion können wieder aufgenommen werden.
00:12:30: also es geht immer beim Boden um diese maßgeblichen Funktionen.
00:12:39: Also das ist das, was meine Recherche hergegeben hat.
00:12:42: Der WWF hat das tatsächlich gesagt sieben Komma sieben
00:12:44: okay.
00:12:46: Also das heißt, es steht vernichtet drauf.
00:12:51: Es steht dabei sowohl versiegelung als auch verbrauch der fläche genau.
00:12:59: und dass ist eine zahl die sagt es sind sechzig prozent mehr gegenüber zwanzig vierundzwanzig.
00:13:05: also in den letzten zwei jahren dürfte sie sich um sechsich Prozent erhöht haben.
00:13:09: und die zahl sieben kommer sieben ist das was in österreich pro tag an bodenfläche verbraucht wird.
00:13:15: Klammer auf, versiegelt eben auch das Thema wahrscheinlich Erosion.
00:13:18: oder das ist jetzt wo ich da einsetzen wollte was du gesagt hast.
00:13:22: die Funktion des Bodens ist dort ausschlaggebend also die definiert ist ein Boden Verbrauchter nicht verbrauchtes heißt wenn ich jetzt eine Fläche habe wo wie Sven sagt sattes grün drauf wächst und es noch Leben vorhanden ist kann ich nicht davon ausgehen dass diese fläche verbrauchen ist.
00:13:37: wenn ich aber wiederum dann Straße weiterschauen.
00:13:41: Ich habe da ein Feld was kark ist, wo nur grau-braunen Sand drauf liegt und alles trocken ist.
00:13:47: Das würde man eher als eine verbrauchte Fläche sehen oder?
00:13:50: Also ich
00:13:52: nicht!
00:13:53: Als Boden ist es ja auch Wahnsinn... Unter welchen Verhältnissen manche Pflanzen noch gedeihen können?
00:14:03: Ich denke da immer an den Löwenzahn, der mitten in der versiebelten Stadt zwischen denen.
00:14:07: Also die sind ja wirklich teilweise nicht so anspruchsvoll und Boden ist erst dann im Endeffekt wirklich vernichtet wenn er nicht mehr als Standort auch für Natur nahe Vegetation dienen kann also diese Funktion dann weg ist oder auch die Wasserspeicherfunktion.
00:14:27: Unsere Böden sind enorme Wasserspieche und Ausgleichskörpern im Wasserkreis auf, deswegen dienen sie ja auch als Klimaanlage und deswegen ist es ja auch so furchtbar dass wir so viele Bögen gerade in innerstädtischen Bereichen
00:14:40: besiegen.
00:14:40: Noch mal der Punkt zu den verbrannten Wäldern weil... Natürlich sieht man in den Bildern immer nur, wie die Bäume verbrennen.
00:14:48: Wie viel CO² frei wird?
00:14:49: Wie viele CO² die nächsten Jahrzehnte quasi nicht gespeichert werden kann und und und aber es gibt ja natürlich auch nach dem starken Waldbrand sprichwörtlich verbrannte Erde.
00:15:02: ist dieser Boden dann auch erst mal als Tod zu sehen?
00:15:06: entsteht da wirklich ein Schaden der genauso lang wie der Wald selbst repariert werden muss der sich erholen muss?
00:15:15: dauert das dann auch Jahrzehnte, Jahrhunderte oder geht es relativ schnell.
00:15:18: Oder ist ja quasi einfach nur auf null zurückgesetzt worden und es kann jetzt jederzeit wieder was Neues angebaut werden?
00:15:25: entsteht hier auch ein Schaden an der Bodenfunktion?
00:15:28: Oder wäre das jetzt erstmal nicht so dramatisch.
00:15:31: Brand an sich und auch Waldbrände an sich sind natürliche Phänomene und Prozesse, die tatsächlich für die Ökosysteme immens wichtig sind.
00:15:40: Also zur Succesion eines Ökosesystems gehört auch Störung.
00:15:44: Störung ist wichtig und fördert die Biodiversität.
00:15:47: Und Waldbränder gehören dazu als ganz natürliches Phänomen.
00:15:51: und dieser Boden der ist genial!
00:15:53: Ja also er ist gedüngt.
00:15:55: Die Asche wirkt als Dünger Und dann kann da relativ schnell wieder was wachsen.
00:16:00: Du hast nicht gefragt nach der Zeit, das kommt darauf an wo du bist.
00:16:03: in den subatropischen Bereichen geht der Bewuchs natürlich wesentlich schneller als bei uns, weil wir die Vegetationsperiode bei uns durch Jahreszeiten also durch den Winter unterbrochen ist.
00:16:15: Wie schaut es damit mit CO-Zwei Speicherkapazität aus?
00:16:18: Also wie man sagt der Brand setzt XCO zwei frei.
00:16:24: Wie schnell?
00:16:24: oder kann man sagen, wie schnell das wieder kompensiert ist auf die Fläche gesehen?
00:16:29: Pauschal kann man das nicht sagen.
00:16:33: Weil es kommt ja darauf an was du für ein Wald dort stehen hast.
00:16:36: Also ob das eine Mischwahl ist und welcher Klimazone du dich befindest.
00:16:40: der CO-Zwei Speicher im Boden also CO-zwei ist im Boden in der organischen Substanz gespeichert Und je höher der Anteil an organischer Substanz in deinem Boden ist, desto mehr größer ein CO-Zweihspeicher hast du an dem Standort auch.
00:16:55: Auf die Kernfrage zurückkommt.
00:16:57: Du hast ja anfangs erwähnt dass der Boden eine endliche Ressource ist.
00:17:03: Da natürlich wieder so in dieser kleinen naiven Welt, die ich mir von meiner Augen aufgebaut habe, wenn ich meinen Kompost hernehme und da die Würmchen drüber lasse und das alles schön zersetzt wird dann hab' ich am Ende des Jahres schöne, frische Komposte Erde.
00:17:17: Scheint für mich in meinen irdischen Zeitstellen relativ schnell zu gehen.
00:17:22: In der Natur scheint es ja dann demnach so dass wir mehr verbrauchen als sich dann quasi natürlich wieder aufbaut.
00:17:29: oder hält es sich noch die Waage.
00:17:31: Da sind wir immer wieder mal von Kipppumpen gesprochen das wir immer an bestimmte Schwellenwerte kommen wie überschreiten und es da nicht mehr wirklich einen zurück gibt.
00:17:41: Wo stehen wir da mit dem Boden?
00:17:43: Entnehmen wir mehr, als ich quasi wieder bilden kann.
00:17:47: Hält es sich die Waage, sind wir dann noch im grünen Bereich... wo stehen wir hier?
00:17:52: Also um bei dem Wort von vorhin zu bleiben wenn wir jetzt von Vernichtung des Bodens sprechen Dann sind wir momentan an dem Stand dass wir wesentlich mehr Boden verbrauchen als das auf natürliche Art und Weise wieder nach kommen kann.
00:18:09: Das liegt halt einfach daran, dass wir zu viele Flächen versiegeln.
00:18:12: Auf denen kann ja kein Boden mehr wieder entstehen und der Versiegelungsgrad ist immens.
00:18:18: also es sind ja mehrere Fußballfelder am Park die da in Österreich haben jetzt schon eine Zahl.
00:18:23: In Deutschland sieht das nicht anders aus.
00:18:25: und ein großes Problem was ich da sehe ist auch die Gesetzgebung weil ich bin mir nicht ganz sicher wie es in Österreich ist.
00:18:32: Ich meine ähnlich, wenn man etwas baut dann quasi wieder ausgleichen muss ökologisch den Verlust, dem man durch dieses Bauvorhaben quasi ja geschaffen hat.
00:18:45: Den muss man ausgreichen und das wird eben so gemacht.
00:18:48: sie nehmen dem Schutzgutboden alle Funktionen in denen ein Haus gebaut wird und dann dürfen Sie das mit drei Pflanzen, woanders drei, fünf, zehn, fünfzehn Bäume und dann ist es wieder ausgeglichene ökologie.
00:19:01: So wird aber das Schutzguttboden kontinuierlich quasi weniger
00:19:08: ist es dann quasi an Tag Null ausgeglichen, weil das wird ja auch immer sehr stark mit Stadtbäumen und Auffassung hier und da beworben.
00:19:17: Und CO² kompensiert.
00:19:18: aber der Baum braucht ja glaube ich fünf acht oder zehn Jahre bis überhaupt mein nennenswert CO² gespeichert wird.
00:19:24: Das heißt wenn ich jetzt heute eine Fläche versiege ein Hausbau und woanders dreißig Bäume pflanze bin ich dann quasi schon mit dem Ablasshandel im grünen Bereich.
00:19:35: Ich muss
00:19:36: deswegen anders dokumentiert werden.
00:19:37: Die
00:19:38: funktionieren so, dass wir den Zielzustand der Fläche dann in fünfundzwanzig Jahren betrachten und erst dann muss der Baum so groß sein und das Biotop, das gepflanzt wurde, so funktionsfähig sein, dass es dann diesen Verlust wieder ausgleicht?
00:19:54: Ja gut aber es gibt jetzt ja viele Brände.
00:19:56: ich habe letztens auch mal irgendwo eine Zahl gehört, dass sich glaube in Deutschland neunhunderttausend Stadträume irgendwie in dem Jahr... gestorben sind oder abgeholzt wurden oder ähnliches, was natürlich eine unglaubliche Zahl ist.
00:20:09: Aber die werden ja nicht am nächsten Tag wieder irgendwo anders angepflanzt.
00:20:13: also wir kommen immer vor dass es so aktivistisch irgendwohin gepflanzt wird.
00:20:17: dann sagt man ja wir haben jetzt irgendwas getan und dann kümmert sich keiner mehr um den Baum der kann überhaupt nicht wachsen und nach zwei Jahren ist er dann eigentlich eh wieder im Eimer und fertig.
00:20:27: Und dann ist aber auch gut so.
00:20:28: Das heißt, initial dieses okay ich versiege hier eine Fläche, pflanze da einen Baum.
00:20:32: ja der ist nach zweier tot.
00:20:33: er war zwar vor fünf und zwanzig Jahren gerechnet aber ist ja egal.
00:20:38: Versandert das dann einfach irgendwo oder hat da irgendjemand noch den Überblick?
00:20:42: Da sprichst du sowas witziges an.
00:20:46: Das ist genial!
00:20:47: Ich habe mir gestern genau diese Frage gestellt zu unseren gesamten Projekten.
00:20:51: Moment mal wir schreiben da immer rein und es gehörte auch dazu dass man Monitoring macht, und zwar über Jahre hinweg.
00:20:59: Und das auch den zuständigen Behörden zur Verfügung stellt um zu sehen ob das überhaupt so funktioniert oder ob man Anpassungen machen muss.
00:21:06: Zum Thema Überblick habe ich mit meinen Mitarbeitern besprochen wir brauchen eine Liste.
00:21:11: welche Flächen monitoren wir eigentlich jetzt momentan?
00:21:14: Wann müssen wir da nochmal monitoring und mit welchen Personen müssen wir in Kontakt treten?
00:21:21: Das ist sehr spannend.
00:21:23: Ihr achtet drauf aber gibt es da quasi eine zuständige Behörde oder Ähnliches, die wirklich sagen kann.
00:21:29: Ja das sind jetzt neunhunderttausend Bäume gestorben bevor sie ihre Wirkung entfalten konnten und diese Neunhundertausende müssen wir in den nächsten drei Jahren wieder irgendwo anders hinsetzen.
00:21:40: Gibt's da sowas?
00:21:41: Oder ist es eigentlich hier ein... Na ja schade!
00:21:44: Ist halt so.
00:21:45: Bei uns machen das wirklich die zustandelegenden Landratsämter, die unteren Naturschutzbehörde und des Amts für Grünordnung in den Städten.
00:21:52: Die tatsächlich darauf achten, dass die Bäume zählen, die kennen jeden Baum mit vorn nach Namen.
00:21:56: Wir sind Augsburg momentan dabei alle mit Sensoren auszustatten, sodass wir da noch mal einen besseren Überblick über den Wasserhaushalt haben – der Stadtbäumen.
00:22:06: Okay!
00:22:06: Das ist cool.
00:22:06: Mein
00:22:08: Auto ist ja schon gegenüber Österreich ein Schritt weiter.
00:22:13: Ich habe auch während meinen Recherchen herausgefunden, dass jetzt zumindest für Österreich es so ist, dass die Bodengesundheit Ländersache ist und das der Bund da kaum ein Durchgriffsrecht hat.
00:22:25: Es gab im Jahr zwanzig mal eine Initiative wo man die Bodengesundheit quasi im Rahmen eines gemeinsamen Abkommens auf alle Länder auszuweiten.
00:22:37: Das wurde tatsächlich vom Bund blockiert.
00:22:41: Also es gibt es nicht.
00:22:42: Und die Länder, die kochen jetzt quasi alle ihr eigenes Süppchen und versuchen dort irgendwie ein Weg zu finden mal mehr, mal weniger erfolgreich... Wir versuchen ja auch in unserem Podcast immer wieder dieses Thema politische Voraussetzung und vielleicht auch gesetzliche Verpflichtung mit hineinzunehmen.
00:22:58: Und wir stellen auch immer wieder fest, dass gerade beim Thema Nachhaltigkeit dort massiv viele Holzbeine gibt, das verhindern, dass überhaupt jemand auf die Idee käme sich verpflichtet zu fühlen, irgendwas zu tun was unserem Planeten gut tut.
00:23:14: Also um das Wort zu nennen unser Podcast heißt nicht nachhaltig dass es definitiv nicht nach haltig.
00:23:20: wie schaut es denn dort in der Bodengesundheit generell aus?
00:23:24: oder wir sind da deine Erfahrungen?
00:23:26: Tut sich da was?
00:23:27: oder ist es ähnlich wie in vielen anderen Gebieten Dass das einfach wahnsinnig C ist und die Geschwindigkeit definitiv Nicht ausreicht?
00:23:35: Insbesondere beim Bodenschutz tut sich in den letzten Jahren Ungemein viel, weil der Boden als Naturschutz gut im Bereich zum Grundwasser oder zu den Bäumenpflanzen also Biotopenarten und Lebensräume stiefmütterlich behandelt worden ist.
00:23:50: Zumindest in Deutschland und in Österreich.
00:23:53: Die Schweizer sind da schon viel weiter was dem Bodenschutz betrifft wenn man da eine Bodenschutzausbildung machen möchte.
00:23:59: Da ist man erst mal eine Woche, vierzig Stunden in der Schule oder länger bei uns.
00:24:04: das ist so ne Sache.
00:24:05: so ja dann kommst du mal vier Tage her und dann machen wir ein bisschen bodenschutz Und genau, also da tut sich ungemein viel und auch in Österreich.
00:24:13: Ich finde es spannend dass du sagst das ist jetzt bei euch die Länder Sache bei uns was genau umgekehrt.
00:24:18: Bei uns ist es seit zwei Jahren drei Jahre tatsächlich auf Bundesebene geregelt der gesamte Bodenschutz und auch die Baubegleitung.
00:24:26: auch bei Bauprojekten muss der Boden geschützt werden.
00:24:29: sind da empfindliche Böden?
00:24:31: sind da wertvolle Bühnen?
00:24:33: Wo fahren da welche Geräte?
00:24:34: Bei welcher Bodenfeuchte?
00:24:36: all diese Fragestellungen bei jeder einzelnen Maßnahmen müssen bei uns jetzt abgearbeitet werden.
00:24:41: Und auch in Österreich gibt es diesen Kurs zur bodenkundlichen Baubegleitung und ich habe mich vor Monaten dort angemeldet, noch keine Rückmeldung bekommen.
00:24:49: Ich glaube das ist relativ voll für euch auch.
00:24:54: Dort ist schweres Gerät angesprochen.
00:24:57: was wir auch sehr gern beleuchten ist okay.
00:24:59: wir haben jetzt quasi rausgefunden der Umgang Nicht nachhaltig, vielleicht kann man da ja noch was machen.
00:25:05: Was sind momentan eigentlich die Problemen für Ursache?
00:25:08: Kann man die vielleicht irgendwo stoppen oder kann man an einer anderen Stelle irgendwo etwas Gutes tun, sei es von Politik bis Unternehmen bis Individuum?
00:25:19: und bei der schweren Gerätschaft ist mir eine Studie eingefallen wo's geheißen hat gerade Flügen oder eben mit schwerem Gerät auf dem Feld rumfahren.
00:25:30: Die Bodenverdichtung sei ein sehr großes Problem, dass selbst wenn es viel Niederschlag gäbe der Boden gerade in dieser Funktion das Wasser wirklich zu speichern massiv gestört ist.
00:25:42: Das heißt, es fließt einfach oberirdisch weiter und sichert gar nicht ein oder aber es sichert komplett schnell.
00:25:47: in den Boden wird überhaupt nichts zurückgehalten Es scheint ja quasi schweres Gerät da auch mitunter dran.
00:25:54: schuld ist Was sind denn so wirklich die größten Probleme oder die größte Verursacher, die unsere Böden jetzt vielleicht einmal global gesehen wirklich gefährden?
00:26:05: Ja also tatsächlich.
00:26:06: Die größten Probleme oder das größte Problem ist tatsächlich die Versiegelung in erster Linie und zweiter Linie dann die Verdichtung des Bodens durch auch landwirtschaftliche Gewalt.
00:26:19: Dieses Pflügen ist ja dazu da, in der Landwirtschaft um Luft in den Boden zu bekommen.
00:26:24: Das ist was Gutes insgesamt.
00:26:25: aber es entstehen tatsächlich Gefühlgeschehen und durch den Maschinendruck und die Bereifung auch eben Verdichtungen.
00:26:32: Und wenn man das bei zufeuchten Bodenverhältnissen macht dann wird immer größer, je feuchter der Boden ist, desto besser kann man ihn verdichten.
00:26:44: Da hätte
00:26:46: ich noch einen kleinen Einwurf, weil du Pflügen genannt hast und das Luft der erst mal was Gutes ist.
00:26:51: Mir scheint es gibt jetzt immer mehr Kooperativen oder Initiativen dass bei gerade regenerative Landwirtschaft eben nicht mehr gepflügt wird, weil man quasi der Ansicht ist okay wenn ich jetzt den Boden einmal hundert-achtzig Grad drehe dann passiert mit dem Boden Mikrobiom etwas recht Suboptimales.
00:27:10: die Bakterien Luft brauchen, die sind ja eher oben.
00:27:13: Die werden dann quasi erstmal schön nach unten gedrückt und ersticken dann andersrum, die ohne Sauerstoff leben, die werden an die Oberfläche gebracht und sterben dadurch.
00:27:23: Das heißt bei jedem mal pflügen trocknet natürlich auch die Erde aus.
00:27:28: das Mikrobiomen wird gestört und in dem Sinne seiner Funktion beraubt ist anscheinend so, dass gerade eben in der regenerativen Landwirtschaft wo dann auch weniger gepflügt wird.
00:27:39: Der Mutterbund tatsächlich sogar nachweislich wieder zunimmt statt durch das Bewirtschaften nur abnimmt.
00:27:46: Ist es quasi etwas Populärwissenschaftliches wie ja die Wikinger waren eigentlich super gut und grün und nachhaltig?
00:27:55: Was man dann wieder aushiebelt oder ist an dieser Strategie doch was dran und könnte auch eine mögliche Lösung für zukünftige Landwirtschaft sein?
00:28:03: Es könnte mit Sicherheit eine mögliche Lösung sein für zukünftige Landwirtschaft.
00:28:08: Warum baut sich der Mutterboden eher auch, wenn man nicht flügt?
00:28:12: Das liegt tatsächlich am Sauerstoff und an dem Mikrobiom des Bodens an den Bakterien weil unter Sauerstoffs Zufuhr arbeiten die einfach schneller und besser.
00:28:21: ja also gibt es denen im Endeffekt die Lebensbedingungen, um wieder mehr organisches Material abzubauen.
00:28:31: Und dadurch werden Nährstoffe frei und das möchte man ja eigentlich auch in der Landwirtschaft.
00:28:38: Ja also das wäre für mich jetzt tatsächlich nicht vorhundelig warum das Flügen tatsächlich auch dazu führt dass der Bund sich weniger aufbaut aber nicht unbedingt negativer Prozess.
00:28:48: Einer direkte Frage hätte ich auch noch.
00:28:52: du hattest ja am Anfang erwähnt speziell im Sportrasenbereich tätig bist, gut achten machst etc.
00:29:01: Was wir jetzt hier zum Beispiel auch bei uns im Ort da gibt es ja auch irgendwie drei Golfplätze mitbekommen haben ist ah Wasser ist knapp und jetzt drehen wir quasi den Golfclub das Wasser für die intensive Bewässerung ab.
00:29:13: generell wird auch immer sehr schnell der Sportrasenn insbesondere der Golfplatz gebrannt.
00:29:19: markt als ah da werden nur Gifte drauf gehauen da wird Wasser verschwendet etc.
00:29:25: Ich meine klar, wenn man jetzt eine Ackerfläche und ein Golfplatz vergleicht.
00:29:29: Ich kann was auf dem Golfplatz wächst nicht essen.
00:29:32: Das ist natürlich ein Asset das kann man nicht wirklich vergleichen.
00:29:36: aber jetzt rein bodengesundheitlich betrachtet würdest du sagen die beiden Flächen sind schon irgendwo gleich.
00:29:43: oder ist der der Golfrasen tatsächlich eine giftige Monokultur?
00:29:47: Und es wächst irgendwie auch gar nicht irgendwas Sinnvolles drauf oder passt das quasi doch irgendwo?
00:29:54: Ich muss dir widersprechen.
00:29:55: Also ich kann sehr, sehr viel essen von dem was auch in einem Golfplatz wächst.
00:30:00: da gibt es nämlich ganz viele Streuobstiesen und Äpfel und Zwetschgen und Kirschen und Bienen und Honig.
00:30:09: Jetzt habe ich immer ein Bild vor Augen dass du auf den Golfplätzen mit deinem Kart rumfährst und eine Streuopstigung
00:30:14: mitnimmst.
00:30:16: Nein!
00:30:16: Ich weiß das weil viele Golfplätze halt leben zu dann in der Saison wenn die Saison ist dann eben auch ihren eigenen Apfel Brand oder weiß ich nicht, ihre Bienen oder ihren Honig eben auch für die Mitglieder oder auch für allgemeinheit vertreiben.
00:30:32: Das ist mal das erste.
00:30:33: und im Vergleich zu einer Ackerfläche natürlich da kriegst du noch mehr zum Essen.
00:30:38: Da gebe ich dir vollkommen recht.
00:30:39: aber was den Bodenschutz betrifft?
00:30:41: Was das Klima betriffe und was die Umwelt betriffte?
00:30:45: Ist eine Golfanlage?
00:30:47: Was des standörtliche Klimabetrifts und dem Boden und das Grundwasser besser?
00:30:52: als eine Ackerfläche ökologisch betrachtet.
00:30:55: Also es kann man auch bilanzieren, das kann man quantifizieren in Punkten ausdrücken und da könnten wir stundenlang darüber sprechen warum diese Golfplatzfläche besser ist als die Acker Fläche.
00:31:06: Wenn man sich alleine mal betrachtet wenn man sich so einen Golfplatz anschaut, dann sind golfgrünts drauf.
00:31:12: Meistens sind das achtzehn Stück und sie haben eine gewisse Fläche.
00:31:18: aber bezogen auf die Gesamtfläche des Golfplatzes ist diese Grünfläche, die tatsächlich intensiv für wirtschaftet wird.
00:31:28: Zwei drei Prozent nicht einmal vier.
00:31:32: Auf der Ackerfläche wird auf jedem Quadratmeter Dünger ausgebracht werden Pflanzenschutzmittel ausgebracht Spritzmittel fungizide auf jeden Quadratmetern
00:31:42: und dass sie die Verdunstung und Kühlungen auch angesprochen das heißt Trotz Monokultur auf dem Acker und auch auf dem Golfplatz, sieht das auf dem golfplatz besser aus?
00:31:54: Ja.
00:31:55: Also wenn du dir die Ackerfläche neben der Golfplatsfläche vorstellst dann hast du auf der Golfplatzfläche übers ganze Jahr hinweg eine dauerhaft geschlossene Vegetationsdecke.
00:32:05: Da kann schon mal nicht so viel verdunsten wie auf einer Acker Fläche.
00:32:09: Dann hast Du weniger Bodenerusionen Aufgrund dieser permanent geschlossenen Grasdecke Bei starken Widerschlag zum Beispiel.
00:32:17: der Boden ist viel besser geschützt.
00:32:19: Du hast auf der gleichen Fläche eine wesentlich höhere Biodiversität, weil auf einem Golfplatz da wächst ja nicht nur eine Pflanze auf einer Ackerfläche aber schon dadurch hast du eine viel differenziertere Streu die auf dem Boden fällt.
00:32:35: Dadurch hast du wiederum ein viel differenzierteres Bodenleben und mit Sicherheit auch ein gesünderes Mikrobiom, da du nicht so viele Mittel auf diese Fläche ausbringst.
00:32:44: Du hast auf dem Golfplatz Hard-Rough Bereiche.
00:32:47: die werden gar nicht gerührt!
00:32:49: Die werden maximal durch einen fliegenden Golffall gestört und Störungen in Ökosystemen hatten.
00:32:55: wir sind wichtig ja?
00:32:57: Und sie können auch... Wir werden auch so bewirtschaftet dass sie der Biodiversität etwas Gutes tun.
00:33:06: Da muss jetzt ein bisschen helfen, weil so könnte man ja meinen es ist wie naja sollen sie doch Kuchen essen.
00:33:14: Mit dem Boden mit dem Klima da haben wir jetzt Probleme.
00:33:16: wir sollten mehr Golf spielen und in die Richtung aufbauen dass wir der Natur was Gutes tun.
00:33:21: aber wenn wir jetzt quasi so auch ein bisschen den Abschluss finden von Gesetzgebung bis Unternehmen bis einzelne Personen denkt Was könnte man hier erreichen machen plan tun also quasi wie wir es in der vorherigen folge bei bei abfallwirtschaft hatten na klar einfach weniger konsumieren oder bewusster schauen.
00:33:46: Wie ist dem kreislauf wieder zurückgeführt werden kann et cetera was was könnte ich jetzt zum beispiel als privatpersonen tun das das thema boden vielleicht doch noch mal die kurve bekommt?
00:33:58: Das ist allerdings eine sehr gute Frage.
00:34:01: Privat?
00:34:03: Ich habe vorhin angesprochen, wann das Bodenabfall... Also du kannst natürlich schon auch Boden als Abfall vermeiden indem du zum Beispiel von der Planung wenn du jetzt ein Haus baust zum Beispiel sagst du machst kein Bodenausflug also du nimmst da keinen Keller mit dazu dann hast du schon mal viele Kubikmeterboden quasi geschützt.
00:34:27: Wenn du in deinem Garten irgendeine Fläche hast, wo so alte Plastersteine sind, dann macht die halt weg.
00:34:34: Also entziegeln?
00:34:36: Genau!
00:34:36: In dem kleinen Maße und jeder Quadratmeter würde dabei helfen auch das Umgebungsklima runterzukühlen weil du das vorher angesprochen hast.
00:34:46: Böden sind ja auch eine Klimaanlage.
00:34:48: Überall wo Wasser im Boden gespeichert werden kann, hast du einen natürlichen Kühleffekt der maßgeblich unterschätzt wird.
00:34:55: Du kannst auch deinen Boden bearbeiten, indem du sagst ich mache das Mittelbohrenvolumen größer.
00:35:01: also ich nehme ein bisschen Sand den ich mit im Boden ein arbeite dann kann da mehr Wasser gespeichert werden auch für die Pflanzen und somit kannst du zur Nachhaltigkeit beitreiben zum Wassersparen und zu Kühlleistung.
00:35:13: Da wir jetzt ja bereits die dreißig Minuten überschritten haben müssen wir langsam zum Ende kommen.
00:35:18: und dass wenn hat nach dem privaten Hebeln jetzt schon mal gefragt.
00:35:21: Das sehe ich genauso und habe dort auch bei mir zu Hause in vielen Flächen jetzt gerade bei der Hitzeperiode gemerkt, dass unser Rasen, der eben doch ein bisschen Moos in sich hat.
00:35:33: Und der auch noch ein bisschen andere Pflanzen als nur den Rasen in sich hatte gegenüber dem, ich nenne es mal Golfrasen vom Nachbarn deutlich besser ausschaut.
00:35:43: Und das ist mich der beste Beweis, dass die Funktion des Rasens nur dann richtig gegeben ist, auch wenn es um Stress geht.
00:35:52: Dass man einfach das Ökosystem sich selbst überlässt und eben den Rasen-Schnitt vielleicht nicht ganz so kurz macht.
00:35:59: Und da gibt's eigentlich glaube ich ein paar Hebel die man beachten kann also nicht nur beim Rasen sondern generell im Karten wo man sich... mit abhelfen kann.
00:36:06: Sei es auch die Bäume, die bei uns stehen, die jahrelang dort ihren Standort schon hatten und die wir nicht zurückschneiden werden weil es halt ein wunderschöner Schattenspender ist für meine Kinder wenn sie irgendwo draußen spielen.
00:36:16: Die haben bei vierzig Grad trotzdem noch irgendwie ihren Spaß dort und das ist nicht viel zu heiß weil einfach der Baum das ganze angenehmer macht.
00:36:25: Was wären aus deiner Sicht dann Hebel, die von der Regierung kommen müsste?
00:36:30: Wenn ich sage du hättest jetzt vier Hebel die du umsetzen könntest wo du sagst die müssten heute umgesetzt werden um morgen einen möglichst großen Impact zu haben.
00:36:39: Ich denke der erste und wichtigste Hebel ist tatsächlich dass die Versiegelung nicht mehr mit einem anderen Schutzbrut ausgeglichen werden darf.
00:36:48: Der erste wichtige Hebel, dann die Frage eben wann ist Bodenabfall.
00:36:52: Also da würde ich auch nochmal... Wir haben jetzt in Deutschland neue Gesetzgebungen also bis zu welchen Grenzen werden was Schadstoffe betrifft dürfen wir Boden wieder verwenden?
00:37:03: Da kann man einen Hebel setzen.
00:37:05: natürlich muss man immer aufs Grundwasser achten aber der aktuelle wissenschaftliche Kenntnis stand es weiter als vor zehn Jahren dass man sagt okay, also der Boden ist jetzt vielleicht im geringen Maße mit dem und dem Stoff belastet aber im Wesentlichen kann er noch alle Funktionen erfüllen und schadet auch nicht unseren Grundwasser.
00:37:23: Warum müssen wir den dann wegschmeißen?
00:37:25: Also das wäre auch ein Hebeln und ansonsten grundsätzlich eben Ja, die Versiegelung an sich ist denke ich das Wichtigste und natürlich auch Erosionsschutzmaßnahmen könnten von den Regierungen.
00:37:38: beispielsweise wird er teilweise auch mit Flosamenschalen gearbeitet.
00:37:42: Das ist ein natürlicher Bodenkleber für Böschungsbreiche, für die Winzer, für Landwirte.
00:37:50: Ich bin gespannt.
00:37:52: Also man merkt es ist doch schon einiges am Tun.
00:37:55: Es bewegt sich einiges im Bereich Böden Gesundheit.
00:38:01: So mein Gefühl, du erscheinst mir sehr optimistisch was das Thema angeht.
00:38:06: Habe ich das richtig aufgenommen?
00:38:09: Man muss als Klima- und Umweltwissenschaftlerin heute optimistischer sein.
00:38:13: Das wollte ich hören!
00:38:16: Das wollte ja sehr gut.
00:38:17: Vielen Dank Silina.
00:38:19: schön dass Du bei uns warst für Dank für deine Zeit für diese wirklich wichtigen Themen die wir besprochen haben.
00:38:25: Und ja, ich freue mich, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben und vielleicht auch eine Folgefolge machen können.
00:38:33: Sag mal das so!
00:38:35: Ich würde mich sehr freuen.
00:38:37: Vielen Dank an euch für die Einladung.
00:38:40: Hat mich sehr gefreut.
00:38:41: Der war mit diesem Sinn.
00:38:44: Wünsche ich euch bald noch einen schönen Tag.
00:38:45: Danke von mir auf den schönen sonnigen Tag.
00:38:50: Tschau.
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